Zukunftsforschende appellieren an die Politik: Deutschland soll sich um EXPO 2035 bewerben

Führende Vertreter der deutschsprachigen Zukunftsforschung sprechen sich für eine deutsche Bewerbung um die World Expo 2035 in Berlin und Brandenburg aus. In einer gemeinsamen Initiative von D2030 Deutschland neu denken e. V. und dem Future Council der EXPO 2035 Berlin haben 80 Persönlichkeiten aus Zukunftsforschung, Wissenschaft, Wirtschaft, Beratung und Zivilgesellschaft eine Stellungnahme veröffentlicht, die sich an die politisch Verantwortlichen in Berlin, Brandenburg und im Bund richtet.

Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz beim gestrigen wirtschaftspolitischen Frühstück der IHK Berlin seine grundsätzliche Offenheit für eine deutsche Bewerbung um die World Expo 2035 zum Ausdruck gebracht und bei einem überzeugenden Konzept seine Unterstützung in Aussicht gestellt hat, erhält der Appell führender Zukunftsforschender zusätzliche Aktualität. Mit ihrer gemeinsamen Initiative unterstreichen sie die Chancen einer Weltausstellung als gesamtdeutsches Zukunftsprojekt und fordern eine zeitnahe politische Entscheidung.

Unter dem Titel „Deutschland braucht den Mut zur Zukunft“ unterstreichen die Unterzeichnenden die Bedeutung einer Weltausstellung als langfristiges gesellschaftliches, wirtschaftliches und wissenschaftliches Zukunftsprojekt.

Deutschland stehe vor tiefgreifenden technologischen, ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen. Um diese erfolgreich zu gestalten, brauche es neben politischen Antworten auf aktuelle Herausforderungen vor allem gemeinsame Zukunftsbilder, langfristige Perspektiven und den Mut, neue Wege zu beschreiten.

Weltausstellung als Zukunftsprojekt für Deutschland

Die Initiative sieht in einer World Expo 2035 eine außergewöhnliche Gelegenheit, Deutschland als internationalen Ort für Innovation, Zusammenarbeit und gesellschaftliche Transformation zu positionieren.

Eine Weltausstellung könne weit über das eigentliche Veranstaltungsjahr hinauswirken: Sie könne Investitionen und Innovationen mobilisieren, internationale Kooperationen stärken und konkrete Lösungen für Herausforderungen wie nachhaltige Stadtentwicklung, Energieversorgung, Mobilität, bezahlbares Wohnen, Digitalisierung und gesellschaftlichen Zusammenhalt sichtbar machen.

Prof. Dr. Laura Bechthold, Vorsitzende des Future Council der EXPO 2035 Berlin, erklärt:

„Zukunft ist nichts, was uns einfach widerfährt. Sie entsteht durch unsere Entscheidungen und durch die Bereitschaft, gemeinsam zu handeln. Eine World Expo 2035 bietet die außergewöhnliche Chance, Zukunft nicht nur zu diskutieren, sondern sie für Menschen aus aller Welt sichtbar und erlebbar zu machen. Deutschland kann damit zeigen, welche Kraft in Wissenschaft, Innovation, Kreativität und gesellschaftlicher Zusammenarbeit steckt.“

Zukunftsforschung fordert langfristiges Denken und gemeinsames Handeln

Die Stellungnahme knüpft an die Arbeit der Initiative D2030 an, die sich seit Jahren mit möglichen Zukunftsentwicklungen Deutschlands beschäftigt. Projekte wie „Neue Horizonte 2045 – Missionen für Deutschland“ verdeutlichen, wie wichtig es ist, unterschiedliche gesellschaftliche Perspektiven zusammenzuführen und daraus konkrete Handlungsoptionen zu entwickeln.

Dr. Alexander Fink, Vorsitzender von D2030 Deutschland neu denken e. V., betont:

„Deutschland braucht gemeinsame Zukunftsbilder, die Orientierung geben und Menschen zum Handeln ermutigen. Die World Expo 2035 kann ein solches Zukunftsprojekt sein. Sie bietet die Möglichkeit, langfristige Entwicklungen mit konkreten Innovationen und gesellschaftlicher Beteiligung zu verbinden. Entscheidend ist, dass wir Zukunft nicht nur als Risiko betrachten, sondern als etwas, das wir gemeinsam gestalten können.“

Appell an Berlin, Brandenburg und die Bundesregierung

Mit ihrer Stellungnahme verbinden die Unterzeichnenden einen ausdrücklichen Appell an die politischen Verantwortlichen, die Voraussetzungen für eine deutsche Bewerbung zu schaffen und zeitnah eine verbindliche Entscheidung zu treffen.

Dabei betonen sie, dass eine Weltausstellung nur im Zusammenwirken von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft erfolgreich gestaltet werden könne. Neben einer sorgfältigen Prüfung der wirtschaftlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen müssten auch die langfristigen Entwicklungschancen angemessen berücksichtigt werden.

Die Initiative begrüßt ausdrücklich, dass die Idee einer World Expo 2035 aus der Zivilgesellschaft hervorgegangen ist und inzwischen Unterstützung aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen erfährt.

Die Zukunftsforschenden erklären ihre Bereitschaft, ihre wissenschaftliche Expertise in der Szenarioentwicklung und der strategischen Zukunftsforschung einzubringen. Sie bieten sich zugleich als aktive Partner dafür an, die weitere Konzeption der Weltausstellung partizipativ zu gestalten.

Breite Initiative aus der Zukunftsforschung

Insgesamt 80 Persönlichkeiten aus Zukunftsforschung, Wissenschaft, Wirtschaft und weiteren gesellschaftlichen Bereichen haben die gemeinsame Stellungnahme unterzeichnet.

Zu den Unterzeichnenden der Stellungnahme gehören unter anderem:

  • Dr. Alexander Fink, Vorsitzender von D2030 Deutschland neu denken e. V., ScMI AG
  • Prof. Dr. Laura Bechthold, Vorsitzende des Future Council der EXPO 2035 Berlin, Bayerisches Foresight-Institut der TH Ingolstadt
  • Klaus Burmeister, Zukunftsforscher, foresightlab und Futura Biennale
  • Hanna Rammig, Zukunftsforscherin, ScMI AG und Vorstand D2030 e. V.
  • Beate Schulz-Montag, Zukunftsforscherin, foresightlab
  • Jan Berger, Präsident der World Future Studies Federation
  • Prof. Dr. Jan Oliver Schwarz, Bayerisches Foresight-Institut der Technischen Hochschule Ingolstadt
  • Prof. Dr. Jessica Gienow-Hecht, Freie Universität Berlin
  • Dr. Karlheinz Steinmüller, Zukunftsforscher, Z_punkt GmbH
  • Dr. Pero Mićić, FutureManagementGroup AG
  • Steffen Braun, Fraunhofer IAO
  • Kerstin Cuhls, Fraunhofer ISI
  • Brigitte Zypries, Bundesministerin a.d.
  • Peter Altmaier, Bundesminister a.d.
  • Dr. Andreas Rickert, PHINEO gAG
  • Prof. Detlev Ganten, Virchow Foundation
  • Aljoscha Burchardt, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
  • Dr. Jennifer Apel, EXPO 2000 Alumna

Die vollständige Übersicht aller 80 Unterzeichnenden.

Die Stellungnahme steht für das gemeinsame Anliegen, langfristiges Denken und konkrete Zukunftsgestaltung stärker miteinander zu verbinden.

Die zentrale Botschaft der Initiative: Deutschland sollte die Chance nutzen, 2035 Gastgeber eines internationalen Zukunftsdialogs zu werden und bereits heute damit beginnen, die Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Für weitere Informationen:
Mareen Eichinger | macheete
E-Mail: presse@macheete.com