Moderne Venentherapie: Schonende Eingriffe statt Operation | Interview mit Dr. Hamidreza Mahoozi

Chronische Venenerkrankungen zählen zu den häufigsten Gefäßerkrankungen in Deutschland und werden dennoch häufig unterschätzt oder zu spät behandelt. Gleichzeitig hat sich die Therapie in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt: Minimal-invasive Verfahren ermöglichen heute schonende, ambulante Eingriffe mit deutlich verkürzten Ausfallzeiten. Welche Entwicklungen die moderne Venentherapie prägen, welche Rolle Prävention spielt und wohin sich das Fach in den kommenden Jahren bewegt, erklärt Dr. Hamidreza Mahoozi, Gründer der Berliner Fachklinik VenaZiel, im Gespräch.

Herr Dr. Mahoozi, Sie sind Gründer von VenaZiel und verfolgen eine klare Vision für die Medizin der Zukunft. Wie sieht diese konkret aus?

Meine Vision ist eine Medizin, die den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt. Weg von sterilen Abläufen und Zeitdruck. Bei VenaZiel schaffen wir einen Ort, an dem sich High-Tech-Medizin und Menschlichkeit auf Augenhöhe begegnen. Die Zukunft ist sanft, sicher und gibt dem Patienten die Freiheit zurück, sich ohne Ängste behandeln zu lassen. Wir behandeln nicht nur Venen, wir verbessern Lebensqualität.

Venenerkrankungen gehören zu den häufigsten Gefäßerkrankungen. Warum werden sie dennoch oft unterschätzt?

Es ist erstaunlich, wie lange viele Menschen Beschwerden wie schwere Beine oder Schmerzen ignorieren. Häufig heißt es: „Das ist nur das Alter“ oder „nur ein Schönheitsproblem“. Dabei sind gesunde Venen zentral für unsere Mobilität und Gesundheit. Venenerkrankungen sind keine Nebensache, sondern sollten frühzeitig ernst genommen werden.

Sie setzen stark auf minimal-invasive Verfahren. Was unterscheidet diese grundlegend von klassischen Operationen?

Der Unterschied ist enorm. Früher bedeutete eine Venen-OP oft Vollnarkose, Schnitte und längere Ausfallzeiten. Heute arbeiten wir minimal-invasiv, präzise und schonend über kleinste Zugänge. Für viele Patienten ist es überraschend, wie unkompliziert die Behandlung geworden ist – sie kommen mit Beschwerden und können oft kurz darauf wieder ihren Alltag aufnehmen.

Viele Patienten haben Angst vor Eingriffen. Wie hat sich die Behandlung für sie in den letzten Jahren konkret verändert?

Die Sorge ist verständlich, basiert aber häufig auf veralteten Bildern. Die moderne Venentherapie ist heute deutlich schonender. Wir arbeiten mit sehr präzisen Verfahren, die für den Patienten kaum belastend sind. Viele sind überrascht, wie schnell und unkompliziert der Eingriff abläuft.

Verfahren wie Venenkleber oder Radiofrequenz gelten als besonders schonend. Für wen sind diese Methoden geeignet und wo liegen ihre Grenzen?
Diese Verfahren bieten für viele Patienten eine sehr gute Lösung, da sie effektiv und gleichzeitig wenig belastend sind. Der Venenkleber beispielsweise kommt ohne Hitze aus und ermöglicht eine schnelle Rückkehr in den Alltag. Die Wahl der Methode hängt jedoch immer von der individuellen Situation ab. Entscheidend ist, dass Sicherheit und Ergebnis stimmen.

Sie sprechen davon, dass Medizin „ambulant, digital und menschlich“ wird. Was bedeutet das konkret für Ihre tägliche Arbeit mit Patienten?

Ambulant bedeutet für uns: so wenig Einschränkung wie möglich für den Patienten. Digital heißt, dass wir modernste Technik einsetzen, um Diagnostik und Behandlung zu optimieren. Und menschlich bedeutet, dass wir uns Zeit nehmen, zuhören und individuell auf den Patienten eingehen. Diese Kombination ist entscheidend für eine gute Behandlung.

Welche Rolle spielt Prävention in der modernen Venentherapie und was kann jede Person im Alltag tun, um Venenprobleme zu vermeiden?

Prävention spielt eine große Rolle. Bewegung ist dabei der wichtigste Faktor. Regelmäßiges Gehen, Treppensteigen oder kleine Aktivitätseinheiten im Alltag unterstützen die Venengesundheit erheblich. Oft sind es einfache Gewohnheiten, die langfristig einen großen Unterschied machen.

Ihr Zentrum steht für Spezialisierung und moderne Technologien. Wie wichtig ist diese Fokussierung für die Qualität der Behandlung?

Spezialisierung ist entscheidend für Qualität. Wenn man sich auf ein Fachgebiet konzentriert, entwickelt man eine besondere Routine und Präzision. Für unsere Patienten bedeutet das, dass sie auf ein Team treffen, das sich täglich intensiv mit genau diesem Thema beschäftigt.

Warum ist der internationale Austausch, wie beim VIPP-Symposium 2026, für die Weiterentwicklung der Venentherapie so entscheidend?

Medizin entwickelt sich ständig weiter. Der internationale Austausch hilft dabei, neue Erkenntnisse schneller zu verstehen und einzuordnen. So können wir sicherstellen, dass wir unseren Patienten immer Behandlungen auf aktuellem Stand anbieten.

Wenn Sie einen Blick in die Zukunft werfen: Wie wird sich die Behandlung von Venenerkrankungen in den nächsten 5 bis 10 Jahren verändern?
Die Behandlungen werden noch individueller, präziser und schonender werden. Ziel ist es, Eingriffe weiter zu vereinfachen und gleichzeitig die Ergebnisse zu verbessern. Ich bin überzeugt, dass Venenerkrankungen in Zukunft deutlich früher erkannt und unkomplizierter behandelt werden können.

Für weitere Informationen:
Mareen Eichinger | macheete
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