Die gestrige Wahlarena der Berliner Wirtschaft zur Abgeordnetenhauswahl 2026 im Rahmen des Zukunftsforums „Weltmetropole Berlin“ der IHK Berlin hat ein wichtiges Signal gesetzt: Eine künftige Berliner Landesregierung wird unabhängig von ihrer parteipolitischen Zusammensetzung die Chance einer deutschen Bewerbung um die Weltausstellung EXPO 2035 weiterverfolgen.
Bei der Befragung positionierten sich die vertretenen Parteien mit ihren Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten grundsätzlich positiv zu einer Bewerbung und deren Umsetzung. Die Linke verband ihre Zustimmung mit der Forderung nach einer Prüfung von Konzept und Kosten. Damit zeichnet sich erstmals unmittelbar vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September 2026 eine breite politische Grundlage für die nächsten Schritte zur EXPO 2035 ab.
„Das ist ein starkes Signal, unabhängig davon, welche Koalition Berlin nach dem 20. September 2026 regieren wird: Die Bereitschaft, die EXPO-Bewerbung auf den Weg zu bringen, ist da. Jetzt kommt es darauf an, keine weitere Zeit für unsere Zukunft zu verlieren“, erklärt Daniel-Jan Girl, Vorsitzender von Global Goals für Berlin e.V.
Beginn der Vorbereitungen unmittelbar nach der Wahl
Global Goals für Berlin unterstützt deshalb den Vorschlag, unmittelbar nach der Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 und noch während der Koalitionsverhandlungen einen parteiübergreifenden EXPO-Roundtable einzurichten.
Gemeinsam mit Wirtschaft, Zivilgesellschaft und den bereits beteiligten Akteuren sollen dort die Ergebnisse des aktuell zwischen Berlin und Brandenburg laufenden Prüfprozesses zusammengeführt und insbesondere Konzept, Finanzierung und Zeitplan so weit konkretisiert werden, dass das Land Berlin gegenüber der Bundesregierung schnellstmöglich handlungs- und entscheidungsfähig wird. Die kommende Regierungsbildung darf nicht zu einem Stillstand führen. Vielmehr müssen die Vorbereitungen für die Bewerbung parallel zu den Koalitionsverhandlungen weiterlaufen.
Der internationale Zeitdruck wächst
Auch international nimmt der Wettbewerb Fahrt auf. Miami-Dade im Bundesstaat Florida hat bereits öffentliche Mittel von bis zu 1,3 Millionen US-Dollar für eine Machbarkeitsstudie zur Unterstützung einer US-Bewerbung bereitgestellt.
Der Zeitfaktor ist maßgeblich: Sobald ein Staat seine Bewerbung für die EXPO 2035 offiziell beim Bureau International des Expositions (BIE) in Paris einreicht, beginnt eine Frist von sechs Monaten, innerhalb derer weitere Staaten ihre Kandidatur anmelden müssen.
„Wir dürfen deshalb nicht erst nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen anfangen, über die nächsten Schritte nachzudenken. Die kommenden Wochen sind entscheidend, um Deutschland bewerbungsfähig zu machen“, so Girl.
Die Bundesregierung wartet auf ein klares Signal
Der nächste notwendige Schritt richtet sich deshalb an den Bund. Eine Bewerbung Berlins kann formal nicht durch das Land selbst beim BIE eingereicht werden. Die Bundesrepublik Deutschland muss die Kandidatur erklären und dabei ihre volle Unterstützung garantieren.
Das parteiübergreifende Signal aus Berlin schafft dafür eine wichtige politische Voraussetzung. Deshalb sollten nach der Wahl schnellstmöglich alle Voraussetzungen für eine Bewerbung gegenüber der Bundesregierung geschaffen werden.
„Aus einer zivilgesellschaftlichen Initiative ist eine echte Perspektive für Berlin und Deutschland geworden. Die Berlinerinnen und Berliner unterstützen die Idee einer EXPO mit großer Mehrheit und Leidenschaft, die Wirtschaft engagiert sich, und nun gibt es auch über Parteigrenzen hinweg die Bereitschaft, den Weg gemeinsam weiterzugehen. Jetzt sind Land und Bund gemeinsam gefordert.“
Eine repräsentative Umfrage der IHK Berlin hatte bereits im Mai gezeigt, dass 65 Prozent der Berlinerinnen und Berliner eine deutsche Bewerbung mit Berlin unterstützen. Die Zustimmung reicht dabei über die politischen Lager hinweg.
Der gemeinnützige Global Goals für Berlin e.V. hat die Initiative für eine Berliner EXPO-Bewerbung aus der Stadtgesellschaft heraus entwickelt. Ziel ist eine Weltausstellung, die ganz Berlin einbezieht und die nachhaltige, soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt bis 2035 mit der beschleunigten Umsetzung von Projekten aus der Zivilgesellschaft verbindet.
Für weitere Informationen:
Mareen Eichinger | macheete
E-Mail: presse@macheete.com