EXPO 2035: Krach will Bewerbung, Klingbeil signalisiert Unterstützung des Bundes

Welche Weichen müssen heute gestellt werden, damit Deutschland und Berlin 2035 wirtschaftlich stark, innovativ und zukunftsfähig sind? Darüber diskutierten Lars Klingbeil, Bundesvorsitzender der SPD und Bundesfinanzminister, und Steffen Krach, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der SPD Berlin, zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe „Deutschland 2035 – Das Zukunftsforum“ der EXPO 2035 Berlin GmbH, unterstützt von Global Goals für Berlin e. V.

Im Mittelpunkt standen Investitionen, wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit und die Entwicklung Berlins im kommenden Jahrzehnt. Einen besonderen Schwerpunkt bildete die mögliche Bewerbung der Metropolregion Berlin-Brandenburg um die World Expo 2035 und die Frage, welche Impulse sie für Berlin, Deutschland und Europa setzen kann.

Lars Klingbeil: Bundesregierung will EXPO-Prozess positiv begleiten

Lars Klingbeil signalisierte beim Zukunftsforum Unterstützung des Bundes für den weiteren Prozess einer möglichen Bewerbung um die World Expo 2035. Voraussetzung sei zunächst eine Entscheidung in Berlin und Brandenburg. Für den anschließenden Prozess stellte Klingbeil eine positive Begleitung durch die Bundesregierung in Aussicht.

Lars Klingbeil, SPD-Parteivorsitzender: „Die Zukunft kommt nicht einfach auf uns zu. Wir haben es selbst in der Hand, wie Deutschland 2035 aussieht. Die Idee einer EXPO in Deutschland unterstütze ich aus voller Überzeugung. Die EXPO 2035 kann zeigen, was Deutschland kann. Sie kann ein Ort der Innovation, der Spitzentechnologie, der kulturellen Errungenschaften und der großen Zukunftsvisionen werden. Gerade in einer Zeit, in der manche unser Land abschotten wollen, steht die EXPO für Austausch, Zusammenarbeit und Vielfalt.“

Klingbeil verwies zudem darauf, dass Bundeskanzler Friedrich Merz bereits deutlich gemacht habe, dass die Bundesregierung das Vorhaben wohlwollend begleite. Zunächst seien jedoch Berlin und Brandenburg am Zug. Mit Blick auf die dort anstehenden Entscheidungen zeigte sich Klingbeil zuversichtlich: „Ich gehe mal fest davon aus, dass es hier auch zu einem positiven Votum kommt.“

Damit erhält die Diskussion um eine mögliche deutsche Bewerbung um die World Expo 2035 ein deutliches Signal aus der Bundesregierung. Eine konkrete Finanzierungszusage ist damit nicht verbunden. Zunächst müssen die politischen Entscheidungen in Berlin und Brandenburg getroffen werden, bevor der Bund im weiteren Verfahren gefragt ist.

Steffen Krach, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der SPD Berlin: „Berlin kann mehr, als wir uns gerade zutrauen. Die EXPO 2035 ist die Jahrhundertchance, diese Stadt in Bewegung zu bringen: für eine moderne Infrastruktur, eine starke Wirtschaft und ein Berlin, das wieder zeigt, was möglich ist. Darüber müssen wir nicht noch zehn Jahre reden. Wir müssen jetzt loslegen.“

Für Krach liegt eine besondere Chance der EXPO darin, Vorhaben zu beschleunigen, die für die Zukunftsfähigkeit Berlins ohnehin notwendig sind. Im Gespräch nannte er unter anderem die Bereiche Verwaltung und Digitalisierung, Gesundheitsversorgung, Mobilität und bezahlbaren Wohnraum.

Zugleich stellte Krach die mögliche Berliner Bewerbung in einen internationalen Zusammenhang. Berlin könne mit einer EXPO für Weltoffenheit und Toleranz stehen und seine Rolle als Brücke insbesondere nach Osteuropa, Polen und in die Ukraine stärken.

EXPO 2035 als Katalysator für Transformation in Deutschland und Europa

Die mögliche Ausrichtung einer Weltausstellung in der Metropolregion Berlin-Brandenburg soll dazu genutzt werden, notwendige Entwicklungen bereits in der Bewerbungs- und Vorbereitungsphase anzustoßen und zu beschleunigen.

Das Jahr 2035 schafft dabei einen klaren Zeithorizont für Investitionen, Infrastrukturprojekte, Innovationen und politische Entscheidungen. So kann die EXPO 2035 zu einem langfristigen Modernisierungs- und Transformationsschub für Berlin-Brandenburg, Deutschland und Europa werden.

Im Mittelpunkt stehen Aufgaben, die unabhängig von einer Weltausstellung gelöst werden müssen: eine leistungsfähige und nachhaltige Infrastruktur, bessere Mobilität, zukunftsorientierte Stadtentwicklung, Digitalisierung, Energieversorgung, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sowie gesellschaftliche Teilhabe. Die EXPO 2035 kann dazu beitragen, diese Entwicklungen zu bündeln, zu beschleunigen und international sichtbar zu machen.

Dabei wird von Beginn an mitgedacht, welchen langfristigen Nutzen Investitionen und Projekte über das Veranstaltungsjahr hinaus entfalten können. Infrastruktur, Stadtentwicklung und neue Lösungen sollen nicht allein für die Dauer einer möglichen Weltausstellung entstehen, sondern langfristig einen Mehrwert für die Menschen und Unternehmen in Berlin und Brandenburg schaffen.

Arup bringt internationale Expertise in die weitere Entwicklung ein

Auch auf wirtschaftlicher Seite gewinnt die weitere Entwicklung der EXPO 2035 Berlin-Brandenburg an Unterstützung. Die Arup Deutschland GmbH wird Gesellschafterin der EXPO 2035 Beteiligungsgesellschaft der Deutschen Wirtschaft GmbH & Co. KG. Das international tätige Planungs- und Beratungsunternehmen begleitet das Vorhaben bereits seit geraumer Zeit und bringt insbesondere Expertise in den Bereichen Stadtentwicklung, Mobilität, Infrastruktur und strategische Planung von Großprojekten ein.

Arup hat die Entwicklung der EXPO 2035 bereits fachlich begleitet. Dazu zählt unter anderem eine von der EXPO 2035 Berlin GmbH beauftragte Studie, die untersucht, wie eine Weltausstellung als Katalysator für langfristige Stadtentwicklung, verbesserte Mobilität und Infrastruktur sowie gesellschaftliche Teilhabe wirken kann.

Rudi Scheuermann, Director und Arup Fellow: „Für uns ist entscheidend, die EXPO 2035 von Beginn an über das eigentliche Veranstaltungsjahr hinaus zu denken. Mobilität, Infrastruktur und Stadtentwicklung müssen so geplant werden, dass sie langfristig wirken und einen konkreten Mehrwert für Berlin und Brandenburg schaffen. Genau diese Perspektive und unsere internationale Erfahrung bringen wir in die weitere Entwicklung ein.“

Daniel-Jan Girl, Aufsichtsratsvorsitzender der EXPO 2035 Berlin GmbH: „Leidenschaft, Mut und Ausdauer einer ganzen Stadtgesellschaft werden jetzt belohnt: Die EXPO 2035 kann kommen. Mit gemeinsamem Engagement kann jetzt der Bewerbungsprozess initiiert werden.“

Henning Wehmeyer, Geschäftsführer der EXPO 2035 Berlin GmbH: „Die EXPO 2035 kann zeigen, was möglich wird, wenn eine aktive Zivilgesellschaft gemeinsam mit Politik und Wirtschaft Verantwortung übernimmt, Transformation konkret umsetzt und Deutschland zum Gastgeber für die Welt macht.“

Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam

Ein Zukunftsprojekt dieser Größenordnung kann nur gelingen, wenn unterschiedliche gesellschaftliche Kräfte gemeinsam Verantwortung übernehmen. Politik schafft verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. Unternehmen bringen Investitionen, Technologie und Umsetzungskompetenz ein. Wissenschaft und Forschung entwickeln neue Lösungen. Zivilgesellschaft, Kultur und Sport tragen dazu bei, Veränderung gesellschaftlich zu verankern und gemeinsam zu gestalten.

Die EXPO 2035 kann für dieses Zusammenspiel einen gemeinsamen Rahmen schaffen. Sie soll nicht als Ereignis verstanden werden, das erst 2035 beginnt und wenige Monate später endet. Vielmehr sollen die kommenden Jahre genutzt werden, um notwendige Entwicklungen schneller in die Umsetzung zu bringen und Kräfte auf ein gemeinsames Ziel auszurichten.

Damit kann die EXPO zum konkreten Anlass werden, Projekte umzusetzen, die ohnehin notwendig sind – schneller, koordinierter und mit einem verbindlichen Zeithorizont. Gleichzeitig bietet sie die Chance, Lösungen aus Deutschland und Europa international sichtbar zu machen und Partner aus aller Welt in die Metropolregion Berlin-Brandenburg zu holen.

Eine Einladung an die Welt

Die mögliche EXPO 2035 Berlin-Brandenburg ist zugleich als internationales Zukunftsprojekt gedacht. Deutschland würde die Länder der Welt nach Berlin und Brandenburg einladen, ihre Ideen, Innovationen und Lösungen für zentrale Zukunftsfragen zu präsentieren und miteinander zu teilen.

Berlin und Brandenburg können dabei gemeinsam mit Deutschland zeigen, wie wirtschaftliche Entwicklung, Innovation, Nachhaltigkeit, Freiheit und gesellschaftliche Teilhabe in einem demokratischen Gemeinwesen zusammenwirken können.

Die EXPO 2035 soll so zu einem Ort der internationalen Begegnung und Zusammenarbeit und zu einem Schaufenster dafür werden, wie aus Transformation neue wirtschaftliche Stärke und aus gemeinsamen Herausforderungen konkrete Lösungen entstehen können.

Neues Dialogformat „Deutschland 2035“

Mit „Deutschland 2035 – Das Zukunftsforum“ etabliert die EXPO 2035 Berlin GmbH ein neues überparteiliches Dialogformat. Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft sollen darin ihre Vorstellungen von Deutschland im Jahr 2035 formulieren und vor allem darüber sprechen, welche konkreten Schritte bereits heute notwendig sind, um diese Zukunft zu erreichen.

Lars Klingbeil und Steffen Krach waren die ersten Gäste der neuen Veranstaltungsreihe. Weitere Ausgaben des Zukunftsforums mit Persönlichkeiten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen sind geplant.

Für weitere Informationen:
Mareen Eichinger | macheete
E-Mail: presse@macheete.com