King Donat im Interview: „Rapmusik hat sich in den letzen Jahren stark verändert.“

Mit der Single „Ich Komm Und Drück Ab“ veröffentlichte der Berliner Rapper King Donat den ersten Vorboten auf sein kommendes Album „Berlin muss Bluten 2“, eine Hommage an sein erstes Album „Berlin muss Bluten“ aus dem Jahr 2003. Seit 17 Jahren ist Florian Kaiser alias King Donat schon im Rap-Business unterwegs und hat mit uns im Interview darüber gesprochen, was seine Musik von aktuellem Rap unterscheidet und wie sich die Szene in den letzten Jahren nach seiner Auszeit verändert hat. Gerne stellen wir euch das Interview lizenzfrei zur Verfügung.

 

Als Rapper bist du schon seit 2003 am Start und hast dich seitdem für eine längere Zeit aus der Musikbranche zurückgezogen. Wie kam es dazu?

King Donat: Rap war nie primär meine Tätigkeit, sondern ein Hobby dem ich nachgegangen bin. Ich habe über das gerappt, was ich erlebt habe. Dennoch war es damals für mich keine Einnahmequelle.

Was hat dich dazu gebracht, dich letztes Jahr wieder zurückzumelden?

King Donat: Rapmusik hat sich in den letzten Jahren stark verändert und driftet immer mehr in ein ganz anderes Genre ab – es wird zu Popmusik. Diesem Trend möchte ich entgegenwirken und denke, dass meine Art des Raps gerade zu diesen Zeiten gefragter ist denn je. Gerade jetzt wo Rapper mehr Popstars als richtige Rapper sind. Außerdem empfinde ich den Markt mittlerweile als interessante Möglichkeit, nun mein Geld auf legale Weise zu verdienen.

Deine Musik veröffentlichst du als King Donat. Warum hast du dich damals gerade für diese Pseudonym entschieden?

King Donat: Donat ist ein alter Spitzname aus Kreisen, in denen man sich nicht unbedingt mit seinem Namen vorstellt. Er stand eigentlich als Abkürzung für Donatello.

Wie lange bist du schon als King Donat am Start?

King Donat: Den Namen King Donat habe ich bereits auf meiner ersten CD „Berlin muss Bluten“ verwendet, auf der unter anderem Features von Greckoe (Die Sekte) zu hören waren. Seit dem verwende ich auch die Biografie. Heute setze ich dort an, wo ich damals aufgehört habe – „Der Gleiche nur in einer anderen Zeit“, würde ich sagen.

Auch wenn King Donat nicht dein echter Name ist, wie viel wahrer Kern steckt in der Biografie des Rappers, der Schellen in Lichtgeschwindigkeit verteilt und Türsteher in russischen Gefängnis-Discos war?

King Donat: Ich habe in meinem Leben so unglaublich viel erlebt und so unglaublich viel gesehen, dass es diese Worte kurz und knapp am besten beschreiben.

Gerade erst ist deine Single „Ich Komm Und Drück Ab“ erschienen, da steht schon dein neues Album „Berlin muss Bluten 2“ in den Startlöchern. Gibt es etwas, worauf du dich bei deinem Release besonders freust?

King Donat: Ich freue mich, ein Album präsentieren zu dürfen, indem jeder Track Hit-Charakter hat und auf das ich unglaublich stolz bin. Ich finde die Tracks wirklich so stark, dass ich gerne für jeden ein Video gedreht hätte. Aber dann wären es ja alles Singles und kein Album mehr.

„Berlin muss Bluten 2“ ist eine Hommage an dein erstes Album „Berlin muss Bluten“. Welche Idee steckt dahinter?

King Donat: Hinter „Berlin muss Bluten“ steckte damals die Idee, die damalige aggressive und sehr junge Berliner Rapszene aufzuzeigen, die mehr durch Schauspieler als durch wirkliche Gangster geprägt war. Ich stellte mir die Frage, ob es nicht besser wäre, wenn tatsächliche Gangster die Szene repräsentieren würden. So entstand das Album frei nach dem Motto „Wir kommen, um aufzuräumen in unserer Stadt!“

Hast du schon Pläne für die Zukunft? Was steht dieses Jahr noch alles bei dir an?

King Donat: Es gibt unglaublich viele Ideen, die noch realisiert werden sollen. Aber zunächst steht eine EP mit deutschen und internationalen Features an. Des Weiteren ist eine Tour durch sechs Städte in Planung, doch durch die momentane Situation mit Corona könnte sich diese auf Anfang 2021 verschieben.

 

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